Stellungnahmen des Studiengangsleiters und der Präsidentin des BBK

Der Masterstudiengang „Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement" (KaVoMa) ist eine Kooperation der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Untenstehend finden Sie Stellungnahmen des Studiengangsleiters und der Präsidentin des BBK.

Stellungnahme des Studiengangsleiters Prof. Dr. Lothar Schrott

Auf dem Foto ist der Studiengangsleiter Prof. Dr. Lothar Schrott zu sehen.
Studiengangsleiter Prof. Dr. Lothar Schrott © Frederike Pauk/ GIUB

Gefahren, Risiken, Katastrophen:  Schlagworte, die nahezu täglich unsere Medien beherrschen. Eine Bewertung von potenziellen Gefahren und Risiken und eine angemessene Katastrophenvorsorge kann jedoch nur erfolgen, wenn Antworten und Lösungen auf drängende Fragen und Probleme gegeben werden können, wie z. B.:

Welche Gefahren treten in bestimmten Regionen besonders häufig auf?
In welcher Weise werden diese Gebiete vom Menschen genutzt?
Wie schätzen die Betroffenen die Gefahr ein, welche potenziellen Risiken sind vorhanden und welche Optionen zu ihrer Verminderung bestehen?
Wie lässt sich hinsichtlich der zu erwartenden Folgen ein Paket von Gegenmaßnahmen entwickeln und wie wirken diese auf die physisch-materielle Umwelt und die Gesellschaft zurück?
Der Masterstudiengang "Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement", kurz KaVoMa, leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis komplexer Zusammenhänge und vermittelt Handlungskompetenz aus der Perspektive eines ausgebildeten Generalisten.

Aufgrund des Zusammenspiels zahlreicher physisch-materieller und sozialer Faktoren ist keine wissenschaftliche Disziplin allein imstande, die Problemfelder angemessen zu bearbeiten, kein gesellschaftlicher Akteur allein ist in der Lage, adäquate Lösungen zu entwickeln. Die Konzeption wirksamer und an physische und kulturelle Gegebenheiten angepasste Katastrophenvorsorgestrategien bedarf einer engen Zusammenarbeit zwischen natur- und sozialwissenschaftlicher Forschung und planerisch-operativem Katastrophenmanagement. Mit KaVoMa setzen wir diese Konzeption in der Lehre um, denn Bildung ist ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen, ganzheitlichen Katastrophenvorsorge. Meine Motivation als Leiter des Studiengangs ist es, gemeinsam mit unserem Partner, dem BBK, diesem Bildungs- und Vorsorgeauftrag nachzukommen.

Hier finden Sie ein Kurzinterview von Prof. Dr. Lothar Schrott zum Umgang von KaVoMa mit den aktuellen Herausforderungen im Risikomanagement.

Stellungnahme der Präsidentin Grit Tüngler

Grit Tüngler, Präsidentin des BBK
Grit Tüngler, Präsidentin des BBK © BBK

Die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz haben sich in den vergangenen 20 Jahren massiv verändert. Die Welt wird stetig komplexer und mit ihr auch die potenziellen Krisenlagen. Galt ein „Katastrophenschutz-Studiengang“ bei seiner Gründung im Jahre 2006 noch als Exot, ist er heute wichtiger als je zuvor.

Seit 2006 verbindet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und die Universität Bonn eine erfolgreiche Zusammenarbeit im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Katastrophenvorsorge und Katastrophenmanagement“ (KaVoMa). Die langjährige Kooperation steht beispielhaft für die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Erfahrung, die für einen leistungsfähigen und zukunftsorientierten Bevölkerungsschutz von zentraler Bedeutung ist.

KaVoMa ist dabei weit mehr als ein Studiengang: Er ist ein Ort des Austauschs, des Wissenstransfers und der gemeinsamen Weiterentwicklung – und damit ein wichtiger Baustein für den Bevölkerungsschutz von morgen.

KaVoMa bietet Menschen, die bereits im Bevölkerungsschutz tätig sind, die Möglichkeit, ihre beruflichen Erfahrungen wissenschaftlich zu vertiefen, neue Perspektiven zu gewinnen und ihre Handlungskompetenz gezielt weiterzuentwickeln. Wer heute Verantwortung im Bevölkerungsschutz übernimmt, braucht mehr als Fachwissen aus einer Disziplin. Vernetzt denken, (neue) Gefahren verstehen und einordnen, Führen und Entscheiden in unsicheren Lagen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse in konkretes Handeln übersetzen – das sind nur einige der Fähigkeiten, über die unsere Fach- und Führungskräfte verfügen müssen.

Ich bin daher sehr froh, dass vor 20 Jahren die Entscheidung für einen „Katastrophenschutz-Studiengang“ mit so viel Weitblick getroffen wurde und freue mich auf viele weitere Jahre des Austauschs, der Zusammenarbeit und des Zusammenhalts, den dieser Studiengang ermöglicht.

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