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Auf gute Nachbarschaft!

Stärkung der Resilienz durch nachbarschaftliches Engagement

Von Dr. Gabriele Hufschmidt, im Juni 2017

 Meister Yoda

 (Quelle: Wellington Region Emergency Management Office, Neuseeland, https://www.facebook.com/WREMOnz/)

In Situationen, in denen die Ressourcen des Zivil- und Katastrophenschutzes an ihre Grenzen stoßen, kommt es auf die Notfallvorsorge der Bevölkerung an.

Seit einigen Jahren wird die eher gering ausgeprägte Notfallvorsorge, und damit die niedrige Selbsthilfefähigkeit (oder „Selbstschutzfähigkeit“, „Resilienz“), vor allem der urbanen Bevölkerung, in Wissenschaft und Praxis des Bevölkerungs- bzw. Katastrophenschutzes diskutiert.

Wie kann man das Thema Notfallvorsorge so platzieren, dass die Menschen positiv reagieren und Ratschläge sowohl annehmen als auch umsetzen? Mein Ansatz: durch nachbarschaftliches Engagement.

Nachbarschaftliches Engagement

Ich habe hierzu ein Experiment ausprobiert: Im Rahmen eines nachbarschaftlich gestalteten Festes meines Kölner Stadtviertels habe ich eine Aktion durchgeführt: „(Un)Gemütlich in Deutz“. Eine kurze Beschreibung ist hier zu finden:
http://deutz.tagdesgutenlebens.de/events/show/event/744

Aktion ganz

Übersicht

Das Straßenfest war der „Tag des guten Lebens“, der von der Agora Köln vor 3 Jahren initiiert wurde (http://www.tagdesgutenlebens.de/). Im Mittelpunkt stehen Themen wie Mobilität/Verkehr, Gesundheit und Ökologie in der Stadt.

Rekord: In Deutz kamen am 18. Juni 2017 ca. 150.000 Besucher dank Sommerwetter und einem tollen Programm, dass die Deutzerinnen und Deutzer auf die Beine gestellt haben (http://www.tagdesgutenlebens.de/programm-2017/). Im für Autos gesperrten Viertel wurden rund um das Thema „Gutes Leben“ über 200 Aktionen auf der Straße durchgeführt. Maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt war der „Deutz Dialog“, ein Netzwerk aus Nachbarn, die sich für die Gestaltung ihres Stadtviertels einsetzen (http://www.deutz-dialog.de/).

Meine Aktion: (Un)Gemütlich in Deutz

Soziale, nachbarschaftliche Netzwerke, in der Literatur häufig kurz als „community“ umschrieben, sind nach meiner Einschätzung entscheidend für die Resilienz. Nachbarn können einander helfen, wenn sie sich kennen, selber vorbereitet sind und wissen, was zu tun ist. Daher habe ich das Meme von Meister Yoda ins Zentraum meiner Info-Wand gestellt (s.o.).

Ein Hingucker war außerdem mein buntes „Unglücksrad“, an dem Kinder und Erwachsene gedreht haben, um ein Quiz zu den Kategorien „Stromausfall“, „Hitzewelle“, „Erdbeben“ oder „Sturm / Starkregen“ zu machen. Zugegeben: das Unglücksrad war improvisiert gebastelt, hat aber gut funktioniert! Als Preis gab es ein Teelicht, um sich daran zu erinnern, dass man auch wirklich aktiv wird, wenn man wieder zuhause ist (z. B. eine Notfallkiste packt, siehe Anschauungsbeispiel rechts im Bild).

Unglücksrad

Das Thema habe ich  für verschiedene Altersgruppen spielerisch dargestellt: Kinder konnten Bilder ausmalen, Memory spielen, ein Rätsel lösen, ein Labyrinth durchlaufen oder das Quiz machen.

Kinder

Spiele.jpg

Infos rund um das Thema Notfallvorsorge gab es zudem in gedruckter Form zum Mitnehmen für Kinder und Erwachsene in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Arabisch. Das Material, inklusive Memory und Labyrinth, konnte ich von der Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herunterladen und ausdrucken oder bestellen (www.max-und-flocke-helferland.de).

Meine Erfahrung zeigt, dass Kinder teils schon viel wissen oder sich spontan die richtigen Gedanken machen. Klar kam oft als erste Antwort auf die Frage, was bei einem Stromausfall nicht mehr funktioniert: „Kein Fernsehen!“, schnell aber auch „Keine Heizung“, "Kein warmes Wasser" oder „Wir können nicht mehr kochen“. Die Eltern haben durchweg sehr positiv reagiert und sich gerne Material mitgenommen. Aber auch Erwachsene ohne Kinder aller Altersgruppen haben sich intensiv informiert und häufig habe ich die Rückmeldung bekommen: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber das ist ja total wichtig!“, "Stimmt, neulich gab es ja diesen Cyberangriff und die Bahn stand still" oder "Davon habe ich mal gehört, aber nichts gemacht ....".

Fazit

Auch mit dem etwas spröden und ernsten Thema „Notfallvorsorge“ kann man die Menschen erreichen, z. B. auf Veranstaltungen wie Straßen- oder Nachbarschaftsfesten. Was zählt ist das eigene Engagement und ein spielerischer, bunter und leichter Zugang. Ich freue mich darüber, dass einige meiner Nachbarn aus Deutz und darüber hinaus nun schon besser auf den Notfall vorbereitet sind!

Kommentare, Anregungen und Fragen gerne an hufschmidt@uni-bonn.de. Weitere Informationen zum „Tag des guten Lebens“ gibt es hier:

http://deutz.tagdesgutenlebens.de/events/show/event/744

http://www.rundschau-online.de/region/koeln/-tag-des-guten-lebens--in-deutz-ein-ganzes-veedel-diskutiert-seine-zukunft-27814236

http://www.ksta.de/koeln/-tag-des-guten-lebens--deutz-zeigt--wie-sich-der-oeffentliche-raum-zurueckerobern-laesst-27813852

http://www.deutz-dialog.de/

https://m.facebook.com/events/337597863273171?view=permalink&id=458524304513859&src=email_notif
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