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Cyber-Sicherheit: Architektur und institutionelle Kooperation in Deutschland und der Schweiz

Am 03. Juni 2019 | 18:00 Uhr in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg in Berlin

Kurzübersicht
Art des Termins
    Wann 03.06.2019
    von 00:00 bis 00:00
    Wo Berlin
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    iCal

     

    Die zunehmende IT-Vernetzung von Infrastrukturen fand seit den 1990er Jahren auch in sicherheitspolitischen Konzepten ihren Niederschlag. Von Beginn an betonen diese, dass durch die Vernetzungen eine besondere Bedrohungslage entstehe, Cyber-Sicherheit daher spezifischer Strategien und institutioneller Formen bedarf. Eine Forderung, die mit der Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit digitalen Technologien an Virulenz gewann und in den letzten Jahren in vielen Staaten zu umfassenden Sicherheitsstrategien für den Cyber-Bereich führte. Auch in der jüngsten Cyber-Sicherheitsstrategie des (deutschen) Bundesministeriums des Inneren von 2016 heißt es z.B.: „Der grenzüberschreitende Cyber-Raum erfordert neue Ansätze.“

    Generell lässt sich konstatieren, dass solche neuen Ansätze zur Cyber-Sicherheit ein Konzept verteilter Sicherheit verfolgen. Der Staat sieht sich nicht länger als alleinverantwortlich für Sicherheit, vielmehr werden neben staatlichen Institutionen als Verantwortliche für Cyber-Sicherheit, private Infrastrukturbetreiber, Wirtschaftsunternehmen und letztlich auch alle Anwenderinnen, sprich die Bürger, adressiert. Verteilte Sicherheit geht mit dem Imperativ verstärkter institutioneller Vernetzung einher, deren Koordination sehr wohl beim Staat angesiedelt ist. Und mehr noch bildet der Auf- und Ausbau institutioneller Vernetzungen und Kooperationen von staatlichen Agenturen einen oder vielleicht sogar den Kern des gegenwärtigen Umbaus oder genauer: Aufbaus der Cyber-Sicherheit.

    Die Veranstaltung wird diesen institutionellen Aufbau einer staatlichen Cyber-Sicherheitsarchitektur in Deutschland und im Rahmen der nationalen Cyber-Sicherheitsstrategie der Schweiz in den Blick nehmen. Die Impulsvorträge und Podiumsdiskussion verfolgen das Ziel, wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Herangehensweisen in beiden föderalen Staaten herauszuarbeiten und nach den jeweiligen politisch-strategischen oder auch verfassungsrechtlichen Hintergründen zu befragen. Dabei gilt das Augenmerk auch einer kritischen Reflexion zu den Grenzen in der praktischen Reichweite, zu strategischen Orientierungen oder operativen Reibungspunkten: wo bleiben Schutzlücken? Wie weit reicht der Arm nationaler Initiativen? Inwiefern reflektiert sich das Verhältnis von Überwachung und Schutz der Privatsphäre in den Strategien? In welcher Form zeichnen sich Reibungspunkte und unterschiedliche Interessenlagen im Bereich behördlicher Kooperation ab?

    Impulsvorträge

    • Dr. Sven Herpig: Staatliche Cybersicherheitsarchitektur in Deutschland

    Abstract: Der erste Grundstein für die deutsche Cyber-Sicherheitsarchitektur wurde bereits 1986 gelegt. In diesem Jahr wurde in der Vorgängerorganisation des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Zentralstelle für das Chiffrierwesen (ZfCh), “[...] eine Arbeitsgruppe aufgebaut, die sich vor dem Hintergrund der schnellen Entwicklung der IuK-Technik mit den Sicherheitsfragen beschäftigte”. Am 1. Januar 1991 nahm das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nach Ausgründung aus dem Bundesnachrichtendienst (BND) seine Arbeit auf. In den öffentlichen Fokus geriet die staatliche Sicherheitsarchitektur dann insbesondere im Jahr 2011 durch die Veröffentlichung der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland. Hierbei lag das Augenmerk vor allem auf dem neu zu schaffenden Nationalen Cyber-Abwehrzentrum (Cyber-AZ/NCAZ). Seitdem hat sich einiges getan: Cyber-Sicherheit ist für die Sicherheitspolitik in Deutschland ein elementarer Bestandteil geworden, weswegen einige neue Akteure hinzu gekommen sind. Hierzu zählen die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) und die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (ADIC). Jedoch gab es auch in der aktualisierten Version der Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland 2016 keine grafische oder anderweitige Übersicht über die immer komplexer werdende Architektur deutscher Behörden im Cyber-Raum. Für eine effektive und effiziente deutsche Aufstellung im Cyber-Raum ist, gerade auch vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, eine strukturierte politische Herangehensweise unverzichtbar.
     

    • André Duvillard: Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz gegen Cyberrisiken: Einbezug der Kantone in der Umsetzung

    Abstract: Der Bundesrat (Regierung) hat im April 2018 die Nationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken 2018 – 2022 (NCS) verabschiedet. Es handelt sich um eine Nachfolgestrategie, deren Zielgruppe neben den kritischen Infrastrukturen nun die ganze Schweiz (Behörden, Bevölkerung und Wirtschaft) einschliessen soll. In diesem Zusammenhang erarbeitete der Sicherheitsverbund Schweiz zusammen mit kantonalen Vertretern den Umsetzungsplan "Kantone". Die 13 Massnahmen stellen den kantonalen Beitrag zur Umsetzung der NCS dar. Sie entsprechen dem Willen der Kantone den Schutz ihrer Bevölkerung mit zielgerichteten Umsetzungsprojekten zu verbessern, wobei die Abstimmung mit allen drei Regierungsebenen zentral ist.
     

    Podiumsdiskussion

    • Manuel Bach, Leiter des Nationalen Cyber-Abwehrzentrums, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Bonn
    • André Duvillard, Delegierter des Sicherheitsverbundes Schweiz (SVS), Bern
    • Frank Rieger, Sachbuchautor, Internetaktivist und einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), Hamburg
    • Dr. Matthias Schulze, Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik Bereich Cyber-Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

    Moderation: Judith Horchert, "Netzwelt"-Ressortleiterin beim Spiegel

     

    Veranstalter
    Centre for Security and Society, Universität Freiburg
    in Kooperation mit dem “Cadenabbia Netzwerk – Grenzüberschreitender Sicherheitsdialog”

    Veranstaltungsort
    Vertretung des Landes Baden-Württemberg
    Raum „Württemberg“
    Tiergartenstrasse 15
    10785 Berlin

    Anmeldung bis 24. Mai 2019: [Email protection active, please enable JavaScript.]

    Die Veranstaltung ist kostenfrei.

    Weitere Informationen über diesen Termin…

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